Broschen: ein "Evergreen"-Trend
Broschen zeigen seit Jahren eine erstaunlich stabile Präsenz – sowohl nach persönlicher Beobachtung als auch laut Google Trends. Die Daten verzeichnen über zwei Jahrzehnte hinweg ein moderat steigendes Interesse mit zyklischen Ausschlägen.
Phasen erhöhter Aufmerksamkeit entstehen regelmäßig, etwa wenn Silberbroschen oder Designer-Broschen in Kollektionen von Chanel, Dior oder Schiaparelli erscheinen. Auf Etsy oder Flohmärkten dominieren vintagehafte Modelle aus Metall oder Strass, während auf Instagram unter Hashtags wie #brooch oder #brosche handbestickte, filigrane Motive – besonders Tiere und Pflanzen – überwiegen.
Aber was ist die Geschichte der Brosche? Wann wurde sie erfunden? Wie wurde sie durch die Jahrhunderte getragen? Von wem, und warum? Dieser Artikel schreibt eine kurze Geschichte der Brosche von der Antike bis heute.
Antike: Die Brosche als Werkzeug und Statussymbol
Ursprünglich dienten Broschen dem Verschluss von Kleidungsstücken. Doch früh wurden sie mit symbolischem Wert beladen, und konnten Zugehörigkeit, Rolle und Macht des Trägers markieren.
Die frühesten Broschen waren Fibeln, die ab der Bronzezeit als funktionale Gewandverschlüsse dienten. Bronze war das typische Material, später folgten Eisen, Silber und Gold. In vielen Regionen entwickelten sich charakteristische Formen.
In germanischen und fränkischen Gebieten tauchten Scheibenfibeln (Englisch: disc brooch) mit geometrischen Ornamenten oder stilisierten Tieren auf. Im römischen Reich reichte das Spektrum von schlichten Bogenfibeln bis zu reich verzierten Plattenfibeln, die als Mantelschließen verwendet wurden.
Bekannte historische Stücke wie die Tara Brooch (Irland), die Hunterston Brooch (Schottland) oder die Braganza-Fibula (Iberische Halbinsel) sind eindringliche Beispiele von Handwerkskunst und Symbolik.

Tara Brooch aus Irland
Quelle: Wikipedia

Hunterston Brooch aus Schottland
Quelle: Wikipedia

Braganza-Brosche, Iberische Halbinsel
Quelle: Wikipedia
Mittelalter und Renaissance: Wappen, religiöse und persönliche Bedeutung
Im Mittelalter kamen zusätzliche symbolische Ebenen hinzu. Viele Broschen integrierten christliche Motive: Kreuzformen, Heiligendarstellungen oder Tiere wie der Pelikan (Opferbereitschaft) oder das Lamm (Christus). Ein Beispiel für diese religiöse Dimension ist Ædwen’s Brooch mit einer Schutzinschrift gegen Diebstahl.

Aedwen's Brosche
Quelle: Wikipedia
Broschen konnten auch im kirchlichen Kontext eingesetzt werden. Geistliche trugen Stücke mit Madonnenmotiven oder anderen religiösen Darstellungen. Familienwappen sind in Broschen aus dieser Zeit dagegen selten; sie erscheinen eher auf Siegelringen oder textilen Abzeichen.

Chormantelschließe mit Madonnenfigur
Quelle: Badisches Landesmuseum Karlsruhe, via europeana.eu
Silber oder vergoldetes Silber waren zentrale Materialien, ergänzt durch Emaille oder Niello. Bedeutende Beispiele sind die Strickland Brooch, die Fuller Brooch mit der Darstellung der fünf Sinne und die Brooch of Lorn mit einem Fach für eine Reliquie.
18. und 19. Jahrhundert: Miniaturmalerei und Naturmotive
Mit dem Aufstieg des Bürgertums und der Miniaturmalerei erhielten persönliche Motive eine größere Bedeutung. Porträtbroschen dienten als intime Geschenke zwischen Familienmitgliedern oder Partnern.

Portraitbrosche
Quelle: Clevelandart.org
Parallel dazu prägten Naturmotive das Schmuckdesign. Blumen, Blätter und Tiere boten vielfältige Möglichkeiten, kunsthandwerkliche Fertigkeiten zu zeigen. Besonders im Viktorianischen Zeitalter wurden naturbezogene Designs prägend.

Naturmotive: Blätter
Quelle: metmuseum.org

Naturmotive: Libelle
Quelle: metmuseum.org

Naturmotive: Käfer
Quelle: metmuseum.org
20. Jahrhundert: Modehäuser, Moderne und Statement Pieces
Im 20. Jahrhundert interpretierten Künstler und Modehäuser die Brosche neu. Die 1920er und 1930er brachten Art-Déco-Designs hervor – geometrisch, modern und teilweise von orientalistischen Einflüssen geprägt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierten feminine Stücke mit Perlen oder Strass. Die 1960er und 1970er setzten auf Kunststoff, Emaille und kräftige Farben, passend zu Popkultur und Experimentierfreude. In den 1980er und 1990er Jahren wurden große Designer-Broschen Teil des Power-Dressings, gerne am Blazer getragen. Häuser wie Yves Saint Laurent oder Chanel schufen ikonische Modelle, etwa die Kamelien-Brosche oder die „Sun Face“-Brosche.

Art-Déco-Diamanten
Quelle: 1stdibs.com

Chanel Kamelien-Brosche
Quelle: 1stdibs.com

"Sun Face" Brosche
Quelle: 1stdibs.com
Seit den 2000er Jahren existieren mehrere parallele Strömungen: minimalistische Silberbroschen mit klaren Linien, aber auch avantgardistische Stücke aus ungewöhnlichen Materialien.
Die zeitgenössische Designerin Bettina Speckner nutzt die Brosche (wieder?) als künstlerische Fläche, auf der Metall, Fotografien und andere Objekte zu kleinen Installationen zusammengeführt werden.
5 aktuelle Broschen-Designtrends
Trotz zahlreicher stilistischer Wandlungen bleibt die Grundfunktion konstant: Broschen sind sichtbare, ornamentale Objekte am Körper. Heute steht eher der dekorative Charakter im Vordergrund. Aber auch persönliche oder politische Botschaften werden noch über Broschen kommuniziert, diesmal eher über kleinere Pins als über große Modelle, auch wenn die Übergänge fließend sind.
Der Markt für Broschen ist vielfältig. Einige beobachtbare Tendenzen bei Broschen-Designs sind:

1. Edelmetall-Broschen
Silberbroschen und Goldbroschen erleben eine moderate Rückkehr – vielleicht aber eher als Präferenz bestimmter Käufergruppen als als großflächiger Trend. Hier die Daisy-Brosche aus Silber der Marke Georg Jensen.

2. Naturmotive
Libellen, Schmetterlinge oder Marienkäfer bleiben beliebt und knüpfen an die starke Tradition des 18./19. Jahrhunderts an. Hier eine Brosche einer generischen Marke auf Amazon.

3. Statement-Broschen
Große Stücke aus Metall, Kunststoff oder mit Glasperlen setzen auf Originalität und Präsenz. Ihr Wert entsteht häufig durch das Design, weniger durch das Material. Hier Madeleine Albright mit einer expressiven Metall-Brosche mit Vogelmotif.

4. Bestickte Broschen
Bestickte Motive aus Perlen, Pailletten oder Garn sind gefragt. Schöne Modelle sind auf Etsy oder Instagram zu finden. Dabei sieht man viele Tier- und Pflanzenmotive. Hier ein handgefertigter Fuchs-Kopf von @schmuck_natalia auf Instagram.

5. Humorvolle oder kulturelle Motive
Von „Laune-Slider“-Broschen bis zu Wortspielen oder Berufs- oder Pride-Symbolen reicht ein breites Spektrum an Mini-Messages. Hier Beispiele der Webseite Kafifreitag.com: "Cats & Caffeine", "Fries before Guys", "Cuterus", "Bullshit remover" und viele mehr.
Wie findet man die passende Brosche?
Drei Fragen können bei der Kaufentscheidung helfen:
Zweck. Eine zentrale Frage ist der Zweck: Soll die Brosche ein ästhetisches Statement sein, eine persönliche Bedeutung transportieren, Humor vermitteln oder als Element des Power-Dressings funktionieren?
Stil. Auch der Stil des Trägers spielt eine große Rolle. Wird ein auffälliges Design aus preisgünstigen Materialien bevorzugt oder eine hochwertige Brosche aus Silber, Gold, Perlen oder Steinen?
Preis. Preislich reicht das Angebot von Modellen für 0.99 Euro bis zu vierstelligen Beträgen für Kunst- und Designerbroschen. Edelmetallgehalt, Handarbeit, Markenname und Designqualität beeinflussen den Preis. Gleichzeitig ist der Markt intransparent; überhöhte Preise sind online nicht ungewöhnlich.
Broschen von Pastel Studio
Wir führen aktuell zwei Broschen aus Sterlingsilber und Blumenbroschen aus Textil. Beide stehen symbolisch für wichte Intentionen und Werte für ein ganzheitlich erfolgreiches Leben.
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